Wie konzipiert man eine vollautomatische Beregnungsanlage?

orangedot Machen Sie einen Plan:

Zeichnen Sie einen Plan Ihres Gartens. Tragen Sie alle relevanten Dinge ein: Rasenflächen, Beete, Bäume, die Gebäude und alle Wege und Terrassen.

Bestimmen Sie einen Ort, an dem die Steuerung hängen soll und auch die Magnetventile. Können die Ventile an eine Wand montiert werden oder sollen sie in einer Ventilbox in der Erde sitzen? Selbstverständlich sollten die Magnetventile (auch "Verteilung" genannt) so nah wie möglich an der Wasserzapfstelle liegen.

Ordnen Sie nun die Versenkregner für die Rasenflächen an.

orangedot Dabei gelten folgende Regeln:

(1) Immer vom Gebäude weg sprühen, also die Regner an das Haus setzen, dass der Wasserstrahl vom Haus weg zeigt.

(2) Büsche, Bäume oder Skulpturen behindern den Wasserstrahl, also müssen i.d.R. Regner um solche "Hindernisse" herum plaziert werden (unter Beachtung von Regel Nr.1!)

(3) Zeichnen Sie die Radien mti einem Zirkel ein (Regner haben bis auf Sonderdüsen immer runde Sprühbilder). Achten Sie dabei darauf, dass sich die Radien gut überschneiden (die meisten Flächen sollten immer von mindestens 2 Regnern erreicht werden). So ist gewährleistet, dass etwa die gleiche Wassermenge überall verteilt wird. Zeichnen Sie den größtmöglichen Radius ein (Wurfweite des Regners). Es darf ein wenig in zum Beispiel eine Hecke hineinreichen. Nah an einem Getrieberegner stehende Pflanzen dürfen nicht innerhalb des Sektors liegen, in dem der Regner hin- und herschwenkt, da der doch scharfe Wasserstrahl empfindliche Blüten "abrasieren" könnte.

(4) Sie können hier ein wenig beeinflussen, dass Flächen in sonnigen Bereichen mehr Wasser abbekommen, indem man die Überschneidung "enger" wählt oder eben in schattigen Bereichen "weiter".

(5) Notieren Sie nun die Wassermengen für jeden Regner. Diese Wassermengen entnehmen Sie den Tabellen, die für jeden Typ auf der Produktseite hinterlegt sind. Sie ergibt sich aus dem Fließdruck, der am Regner herrscht (nehmen Sie als Vereinfachung 2 bar an), und der gewünschten Wurfweite. So ermitteln Sie auch die später wohl einzubauenden Düse (genauer geht es erst, wenn Sie alle Regner eingebaut haben und testweise VOR dem Verfüllen der Rohrgräben PRÜFEN können, ob Sie hier richtig gerechnet haben.

Diese Methode klingt ein wenig simpel, jedoch falls Sie bereits im Planungsstadium ERRECHNEN wollen, wie viel bar FLIESSDRUCK Sie an jeder Stelle Ihres Systems haben, müssen Sie bereits jetzt genau wissen, wie viele Winkel, T-Stücke und Meter Rohr in welcher Dimension Sie einbauen werden...das halten wir für wenig praxisnah. Einfacher ist es, ein paar Sicherheiten einzurechnen, lieber einen Kreis mehr einbauen und vor dem endgültigen Schließen der Rohrgräben AUSPROBIEREN!

(6) Wählen Sie die Technik für Hecken, Beete und Blumen  (Tropfrohr oder Erdspieße oder auch hier Versenkdüsen)

(7) Bewässern Sie immer solche Pflanzflächen getrennt von Rasenflächen, da sie unterschiedliche Wassermengen und -zyklen benötigen.
(Rasen zum Beispiel nur alle 3-4 Tage viel Wasser, Blumen jeden Tag weniger. Das lässt sich dann alles bequem am Steuergerät einstellen)

(8) Wenn alle Flächen und Pflanzen erfasst sind ist das Grundkonzept fertig - SEHR GUT!

orangedot Wie viel Wasser steht zur Verfügung?

Sie müssen zunächst an Ihrem Wasserhahn messen wie viel Wasser entnommen werden kann.

Es ist dabei unerheblich, ob Sie Trinkwasser (über ihren Hausanschluss und hoffentlich mit einem separaten Sprengwasserzähler versehen) oder Brunnenwasser aus ihrem Grundwasserbrunnen entnehmen.

Bei einer Brunnenanlage mit einem Druckhaltegefäß (wie bei sogenannten "Hauswasserwerken") müssen Sie beim Feststellen der Wassermenge darauf achten, dass der Behälter soweit entleert ist, dass Sie tatsächlich die Pumpenleistung messen, also auf Dauer diese Menge zur Verfügung steht. Dazu lange genug Wasser laufen lassen, dann erst messen.

orangedot Wie messe ich die Wassermenge?

Einfach den Zapfhahn voll aufdrehen und die Zeit messen in der sich ein 10-Liter-Eimer füllt.
(Selbstverständlich geht es auch mit jedem anderen Gefäß und anderer Größe: dann müssen Sie einfach entsprechend umrechnen.)

Messen Sie also die Zeit für 10 Liter Wasser.

Nehmen Sie dann einen Taschenrechner und teilen 36000 durch die Sekunden für 10 Liter Wasser und Sie erhalten den Durchfluss in Litern pro Stunde. (Diese Einheit hat sich eingebürgert bei der Angabe der Durchflüsse für die verschiedenen Regner).
Sie finden die Wassermengen in Liter / Stunde auch in den Auslegungstabellen für jede Düse.

orangedot Beispiel:

Sie stoppen 12 Sekunden für 10 Liter.
36000 : 12 =  3000 Liter pro Stunde ( oder 3 cbm pro Stunde)

orangedot Zur Sicherheit

Diese  Wassermenge sollten Sie zur Sicherheit nicht in voller Höhe bei der Auslegung der Beregnungskreise zugrunde legen, denn zwischen Wasserhahn und den Regnern stellen die Leitungslänge und Fittinge (Winkel, T-Stücke usw.) Strömungswiderstände dar, die die Wassermenge am Regner vermindern.

Der Einfachheit halber setzen Sie deshalb nur 70 % des Wertes an:
3 000 L/h x 0,7 =  2100 Liter pro Stunde - das ist die Wassermenge, die in unserem Beispiel zur Verfügung steht.



Aufteilung der Beregnungskreise
Nehmen Sie nun Ihre Planungsskizze und teilen Sie zunächst Ihr Grundstück sinnvoll in Teilbereiche auf: Vorgarten, große hintere Wiese in Schatten und sonnige Bereiche, Blumenbeete, Hecken, das Gemüsebeet.

orangedot Beginnen wir mit den Hecken: 

Falls Sie Trinkwasserqualität haben (also auch Brunnenwasser ohne Eisen- Mangan- oder Ammoniumanteile oder Sedimente), empfehlen wir den Einbau von Tropfrohr. Bei großen Leitungslängen ist es sinnvoll, nicht am Ende eines Strangs einzuspeisen, sondern eher mittig.

Auch empfiehlt sich, hier ein druckkompensiertes Rohr zu nehmen (am Ende kommt genauso viel Wasser aus den Öffnungen wie am Anfang - maxomal für etwa 150 - 200 Meter). Meist genügt ein einziger Beregnungskreis hierfür.

orangedot Beete und sonstige Pflanzflächen

Nehme Sie hier Erdspieße mit Mikrodüsen. Die Anzahl der maximal an einen Kreis passenden Spieße errechnet sich aus der zur Verfügung stehenden Wassermenge und des Wasserbedarfs pro Erdspieß (Faustformel 30-50 l/h pro Spieß - je nach Sprühbild).

orangedot Rasenflächen

Nachdem Sie die Flächen grob eingeteilt haben, fassen Sie die Regner so zu Gruppen zusammen, dass die Leitungswege so kurz wie möglich werden; also, dass so wenig wie möglich "gebuddelt" werden muss. Achten Sie dabei aber vor allem auch auf die Summe der benötigten Wassermenge pro Gruppe. Bleiben Sie zur Sicherheit ein wenig unter der maximal zur Verfügung stehenden Wassermenge.

Hier gilt: Lieber einen Beregnungskreis mehr einrichten als später zu viele Regner in einem gleichen Kreis versorgen. Dann kann passieren, dass diese wegen des zu geringen Drucks nicht mehr aus dem Boden hochkommen. Gut zu wissen: Dies ist wohl jedem professionellen Anlagenbauer auch schon passiert. Dann heißt es einfach "nachbuddeln"....

orangedot Überhaupt gilt:

Keine übertriebene Sorge und keine übertriebene Planung aller Details! Man kann nur wenig kaputt machen. Ein paar Fehler werden sicher sowieso passieren. Aber alles ist jederzeit nachträglich gut anzupassen oder zu ändern.

Stellen Sie sich vor, sie müssten die Leitungen in ihrem Bad verlegen. Nachdem der Fliesenleger fertig ist, stellen Sie fest. dass ein Anschluss noch 10 cm nach rechts muss... Da hieße es dann: Die Wand aufstemmen und alle Handwerker nachbessern lassen. Das kostet dann "richtig viel Geld" .

Bei der Gartenbewässerung müssten sie vielleicht einfach erneut die Schaufel in die Hand nehmen. Das ist sicherlich nicht so schlimm....
Also ohne übersetzte Planung aller Details: Ärmel hoch gekrempelt und los geht's!


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